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Lieber Feind

Sally McBride fällt vom Glauben ab als ihre beste Freundin Judy ihr die Leitung für das John-Grier-Heim übertragt. Ausgerechnet ihr die Leitung für ein Waisenhaus in die Hände zu legen – dass kann einfach nur ein schlechter Scherz und dem Wahnsinn einer Verrückten entsprungen sein!? Wäre da nicht der ungeplante Ansporn durch den schallend lachenden Verlobten gewesen, der sie kurzer Hand ermutigte dieses Angebot ohne Sinn und Verstand anzunehmen. Nun befindet sich Sally mit einer schweren Aufgabe konfrontiert – 113 Schützlingen ein Leben zu gestalten in dem Kinder trotz trauriger Umstände Kinder sein dürfen und das Glück des Lebens kennenlernen sollen. Doch was sie erwartet ist erschrecken, denn das Waisenhaus ist eine Bruchbude und die Umstände alles andere als zufrieden stellend. 

Mit Feuereifer stürzt sich Sally in ihre Herausforderung und merkt schnell, dass nicht alles Gold ist was glänzt, besonders wenn man es mit Menschen zu tun bekommt, die alles boykottieren wollen was sie an Ideen hervorbringt – Besonders ihr geliebter Feind Kinderarzt Dr. Robin McRae!

 

 

Meine Meinung

Bücher in Brief-Format sind immer eine Herausforderung und sehr unterhaltsames Erlebnis. Zum einen kann man durch die Antworten nur erahnen welchen Verlauf die Geschichte mit sich bringt und natürlich was der Empfänger als Antwort gesendet hat und dann obliegt die Schwierigkeit vor allem darin, dieses in einer schwungvollen und authentischen Geschichte zu verfassen und Jean Webster hat dies schon 1915 mit ihren Werken perfekt umgesetzt.

Jean Webster besitzt dieses Talent, was sie schon mit „Lieber Daddy-Long-Legs“ bewiesen hat und so freute ich mich total auf die „Fortsetzung“, denn nicht nur das man alte Bekannte wieder treffen darf, sondern auch das neue Freunde oder eher Feinde sich ihren Weg in die Geschichte bahnen werden.

Es war wiedererwartend ein heiteres und sehr schwungvolles Leseerlebnis in dem man nicht nur die harten Seiten des Waisenhaus-Lebens mitbekommt, die organisatorischen Probleme erlebt, sondern auch die Hauptprotagonistin an ihren Aufgaben wachsen und reifen sieht. 

Anders als bei „Lieber Daddy-Long-Legs“ finden hier die Briefe mehrer Adressaten und es kommt ein genüßlicher Lesefluss auf, da diese mit soviel Humor, einer lockeren Berichterstattung, aber auch Zänkereien gespickt sind, die diese sehr authentisch und vor allem lebendig wirken lassen. 

Neben Judy, die Sally ins Wirrwarr der Leitung eines Kinderheims geschmissen hat, ist einer der Adressaten Dr. Robin McRae. Schnell wird klar, dass die Sympathie der Beiden nicht immer auf freundschaftlicher Ebene basiert und Sally im auch den Spitznamen „Lieber Feind“ vermacht hat. Genau mit diesem spricht sie ihn auch in manchen Briefen an und zürnt somit seinen Unmut umso mehr an. Ich musste oft über die Konversation der Beiden schmunzeln und konnte mir gut vorstellen wie Dr. McRae mit rot erzürnten Kopf die Briefe an den „Lieben Feind“ gelesen und beantwortet hat.

Anfangs muss ich gestehen hatte ich etwas Bauchschmerzen bezüglich der Wahl des Erzählstils, aber diese verebbten sehr schnell umso mehr ich in den Genuss des Buches kam. Zum einen kann man sich selbst seiner Fantasy treu bleiben und sich die Antworten parat legen, die Sally auf ihre Briefe bekam, zum anderen erlebt man das Leben der Anderen durch die Briefe von Sally an ihre Adressanten. Es ist unbeschreiblich und einfach himmlisch!

Es ist sehr interessant die Welt aus Sally´s Sicht nur durch ihre Briefe kennen zu lernen. Es wirkt immerzu sehr lebhaft, man kann sich das Treiben im Waisenheim kunterbunt vorstellen und auch die Hauptprotagonistin wächst einem ans Herz, gerade weil man durch ihre Briefe ihre Gefühlsregungen und Probleme sehr greifbar und aus erster Hand berichtet bekommt. 

Die kleinen Karikaturen an manchen Briefenden sind klasse und vertiefen das Gelesene auf unglaublich verspielte und humorvolle Weise. 

Die Handlung an sich ist sehr gefühlvoll, bewegend, mal nerven-zerrend und dann wieder voller spritzigen Humor. Dieser Mix ist sehr ansprechend und macht die Handlung zu einem Lesehochgenuss. 

Das Cover, was soll man da schon groß dazu sagen, ein absoluter Eye Catcher! Verträumt, verspielt und sehr ausdrucksstark – Eben ein wahrhaftiges Königskind :)

 

 

Fazit

Durch seinen aussergewöhnlichen Erzählstil, die glorreiche Gruppe an Protagonisten, die bewegende Thematik und den humorvollen, sehr spritzigen und emotionalen Schreibstil hat mit Jean Webster absolut überzeugen können und mich bestens unterhalten!

 

Eckdaten zum Buch

Autor/in: Jean Webster

Übersetzt von: Ingo Herzke 

Verlag: Königskinder

Erschienen:  21.März 2018

Seiten: 412

Preis: 18,99 € ( HC )


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Von mir gibt es:

4/4 Butterflies!

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