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Das kalte Reich des Silbers

<<…Ich wollte nicht die gute Fee in ihrer Geschichte sein, die Segen in ihr Heim brachte.Wo kamen all diese Feen her, und wie viel Freude bereitete es ihnen, ihre Tage damit zuzubringen, herumzuschwirren und Mädchen, die das mal mehr, mal weniger verdienten, ihre Wünsche zu erfüllen? Die einsame, alte Frau nebenan, deren Tod niemand betrauert und die ein unbewohntes Haus zum Ausräumen hinterlässt, mit einer Schar Hühner und einer Truhe voller Kleider, die umgearbeitet werden können – das war die einzige Art von feenhafter Wohltäterin, an die ich glaubte…>>

Zitat Seite 146

Als Tochter eines gutmütigen Pfandleihers hat Mirjem kein leichtes Leben. Ein Leben am Rande der Armut ohne jegliche Formen eines Funken Reichtums fristet sie den langen Tagen. Doch sie fast den Mut und auch den Frust und macht sich auf den Weg die Schulden einzutreiben und das Leben ihrer Familie zu wandeln. 

Erfolgreich treibt sie das verloren geglaubte Geld zusammen und erlangt so einen Ruf, der über die Grenzen des Dorfes hinaus ragt. 

Auch die magischen Wesen hören von Mirjem, dem Mädchen, dass Silber zu Gold verwandelt und locken sie so aus den tiefen ihres Eisreiches. Als der König der Staryk selbst an ihrer Tür klopft und ihre magischen Fähigkeiten testet wird Mirjem bewusst, dass sie mit ihrer Gier zu viel gefordert hat. Mit einer enormen Aufgabe betraut beginnt Mirjem für den König der Staryk zu arbeiten, mit dem Wissen im Hinterkopf, dass mit ihrem Versagen ihr Leben im ewigen Eis enden wird. Doch der Preis für ihre Zuversicht und ihr Gelingen ist genauso hoch… Was soll sie tun? Denn gleichzeitig droht auch die Menschheit in der ewigen Kälte zu versinken…

Meinung

Angelockt von dem wirklich imposanten und Neugier erweckenden Klapptext freute ich mich schon sehr auf den Inhalt der sich hinter den Seiten versteckte. Doch während ich in die Geschichte immer tiefer eindrang, keimte die drängende Frage in mir auf :“Habe ich zuviel erwartet oder hineininterpretieren? War ich von meiner Erwartung geblendet?“ 

Wieso? 

Ich hatte zu beginn der Handlung einen sehr positiven Eindruck von der Geschichte und ihrer Entwicklung. Eine arme Familie am Rande der Existenz und eine Tochter, die aus dieser Armut einen Ausweg sucht und findet. Schlagfertig und gut in Szene gesetzt verschaffte sich Mirjem die Tochter der gutherzigen Pfandleier Platz und berichtete sich in mein Herz. 

Doch dann kam die Wendung. Immer mehr Frauen meldeten sich zu Wort, berichteten von ihrem Leben und dessen dramatischen Wendungen, von ihrer Schlagfertigkeit und Intelligenz, aber und das ist ein großes Aber, war mir nie wirklich klar, wie diese Erzählstränge zusammenhängen könnten und es wurde mich auch nicht wirklich bewusst, egal wie weit ich in der Handlung voranschritt.

Prinzipiell muss ich gestehen, dass sie alle viel Freiraum haben und auch sehr viel zu berichten, aber für mich war es einfach zu durcheinander und es fehlte mir an einem kleinen Hinweis, wer sich gerade zu Wort meldet. Eine Überschrift oder sonst irgendwelche Anzeichen wären sehr hilfreich gewesen. So kristallisierte es sich erst im Laufe des Abschnittes heraus oder ich zog meine Schlüsse aus den Details aus diesem.

Durch dieses Ausmaß an Stimmen empfand ich es als einen Kampf durch die Handlung. Es war mir irgendwann zu viel und einfach zu durcheinander. Dadurch, dass ich hinter dem Ganzen auch lange lange Zeit einfach keinen Zusammenhang erkennen konnte, verlor ich auch irgendwo dann auch die Lust. Auch wenn ich bis zum Ende gelesen und sich dann auch Einiges geklärt hatte, so war der Schaden bereits angerichtet und ließ sich nicht mehr 100 % wegdenken. Eigentlich sehr schade, denn wenn man auf einige Kapitel verzichtet und die Geschichte etwas kürzer gehalten hätte, so wäre dieser Eindruck nicht entstanden und hätte gewiss vollkommen überzeugen können.

Auch fehlte es mir in manchen Bereichen absolut an Spannung. Es gibt viele Szenen, die man sehr gut mit ordentlich Gänsehautmomenten und eine großen Portion an Spannung sehr gut in Szene hätte setzen können, aber für mich plätscherten sie einfach so dahin ohne dass sie sich sehr eingeprägt haben.

Zudem kristallisierte sich der Schreibstil als sehr, nun ja, ausschmückend und leicht nervig dar. Ich empfand ihn als schleppend und eher weniger einprägsam. Es fehlte mir die Kraft der Bilder und Lebendigkeit, was ich in dieser Welt sehr gut empfunden hätte, so wirkte alles eher unscheinbar und sehr kalt gehalten.

Punkten konnte die Handlung definitiv mit seinen Charakteren, denn diese hatten sehr viel Freiraum um sich ins rechte Licht zu rücken und ihre Stärken zu präsentieren. Obwohl der Schwerpunkt auf dem Rücken von Mirjem ausgebreitet wurde, so war mir doch Wanda, die arme Bauerstochter am sympathischsten. Aber auch Irina hat ihren Charme und ihre Gewitztheit, die sie sehr sympathisch gestaltete.

Absolut hervorstechend ist das Cover, auch wenn ich meine kleinen Problemchen mit der Person hatte, welches dieses ziert. Dennoch präsentiert es auf seine Weise soviel Details aus dem Inhalt und lockt die Leser mit seinen Auftritt absolut an. 

Fazit

Leider kam ich so gar nicht mit der Geschichte und deren Durcheinander klar. Etwas weniger Inhalt und etwas mehr Lebendigkeit hätten dieses Buch zu einem wahren Abenteuer werden lassen.

Zwar ist es keine klare Leseempfehlung, aber dennoch hat es seinen Charme welches es lesenswert macht. Daher kann ich nur sagen, dass man sich am besten selbst ein Bild macht, denn meinen Geschmack darf es leider nicht zu 100 %

Buchdetails

Autor: Naomi Novik

Verlag: cbj

Übersetzer/in: Marianne Schmidt

Erschienen am:   4.März 2019

Seiten: 576

   Preis: 18,00 € ( HC )


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