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Am Fluss der Sterne ( Das Reich der Kitai )

Xi´an ist die schönste Stadt der zivilisierten Welt in der der Kaiserhof für Prunk, Glanz, Luxus und Kultur zählt. Doch dies zählt mittlerweile zu Vergangenheit, denn mit der Übernahme eines Teils dieser prunkvollen Atmosphäre durch die Barbaren des Nordens, herrscht Angst und Schrecken auf den Straßen, und durch den Verfall der Gemäuer wird der Ruf der Wölfe widergehallt. Bedrohungen von Außen machen den Bürgern Xi´ans das Leben zur Qual.

Ausgerechnet ein Mann, dessen Verbleib bis dahin zu den größten Gerüchten zählt, soll der Auserwählte sein um Zucht und Ordnung, aber auch den alten Glanz, dem Reich der Mitte wieder verleihen soll – Bogenschütze und ehemaliger Verächter Ren Daiyan. Aber nicht allein stellt er sich diesen Herausforderungen, denn an seiner Seite steht eine der faszinierendsten Frauen dieser Zeit – Die geheimnisvolle Lin Shan.
Werden sie gemeinsam dem Reich der Mitte seinen Glanz zurückbringen oder ist die Stadt mit seinen Bewohnern dem gnadenlosen Untergang geweiht…?

 

 

Meine Meinung

Prinzipiell muss ich erst einmal gestehen, dass Bücher die nur annähernd mit der Games of Thron – Reihe verglichen werden, immer einen gewissen unangenehmen Beigeschmack beinhalten. Denn es ist für mich definitiv so, dass egal wie gut etwas verarbeitet und geschrieben ist, nicht an diese Reihe heranreicht. Sei es auf Grund meiner Fangirl-Ambition oder eben, weil man da direkt irgendwelche Sachen sucht, die mit dieser Reihe irgendetwas gemein haben. So versuche ich auf jeden Fall, sämtliche Erwartungen zurück zu schrauben und sehr neutral dem Buch und dem Autor/ der Autorin gegenüberzutreten. Alles andere wäre auch sehr gemein.

Hierbei handelt es sich um den zweiten Band dieser bemerkenswerten Reihe. Den ersten Band habe ich zwar gelesen, aber so meine Schwierigkeiten mit ihm gehabt. Zum einen war der Schreibstil des Autors anfänglich etwas nun ja beschwerlich. Ich musste mich erst mit ihm anfreunden um wahrlich in die Geschichte eindringen zu können. Nun, dies änderte sich beim zweiten Band natürlich. Dennoch ist die Welt in der die Handlung spielt auf irgendeine Weise immer noch sehr befremdlich, ich erkenne immer noch neue Orte oder Reiche, an die ich mich nicht erinnern konnte oder vielleicht im Zusammenhang der Ereignisse nicht direkt wollte, und doch ist es auf merkwürdige Art wie ein „nach Hause kommen“. Klingt Komisch, ist aber so ;)
Mit knapp 720 Seiten wartet aber auch nicht nur ein ordentlicher Schinken auf einen, sondern auch eine Welt voller Intrigen, Machtgehabe und andere Gefahren von denen man nicht ahnt. Für mich ist es dem Autor wirklich gelungen ein Konzept umzusetzen, dem man seinen Ideenreichtum, seine „Beweggründe“, aber vor allem seine Leidenschaft hinter seiner Arbeit anmerkt.
Positiv zu vermerken sind auf jeden Fall die beiden Hauptcharaktere auf die sich der Verlauf der Handlung aufbaut. Sie bieten einen enormen Entwicklungsreichtum an, sind sehr individuell, aber vor allem sehr stark ausgebreitet.
Ren Daiyan machte für mich eine der erwähnenswertesten Entwicklungen durch. Als ahnungsloser 15 Jähriger wird er auf eine unerwartete Reise als Beschützer des Unterpräfektors mitgenommen und erlebt dort seinen ersten Mord durch eigene Hand. Seine Flucht und anschließende Besinnung führte ihn dann in eine Lebensrichtung, die niemand erwartet, aber er seine Erfüllung findet. Dennoch ist er kein blutrünstiger Mörder ohne Herz, sondern gerade sein Herz und seine Intention machen ihn so unbeschreiblich stark und menschlich.
Lin Shan ist dafür von Anfang an ein sehr bemerkenswerte, außergewöhnlicher und sehr starker Charakter mit dessen Vielfalt ich zu Beginn so absolut gar nicht gerechnet habe.
Etwas weniger positiv bleiben mir da nur die vielen anderen Charaktere in Erinnerung, die durch ihre persönlichen Ansichten und Erzählungen etwas blass und unpassend im Gedächtnis blieben. Sie führten des öfteren bei mir eher zu Verwirrungen als das sie mir weitergeholfen haben. Auch wenn man sie am Ende doch zu dem Gesamtkonzept hinzuzählen und das Ende des Buches ausmachten. Doch hätte ich mir da einen ticken weniger Zeit mit ihnen gewünscht und mehr mit den Hauptprotagonisten.
Das Cover gefällt mir mit seiner Glanzoptik und der finster gehaltenen Schrift sehr gut. Es bringt eine bestimmte Atmosphäre mit sich, die in der Handlung widergespiegelt wird.
Am Ende bleibt mir nur noch zu erwähnen, dass diese Reihe absolut nicht mit „Games of Throns“ gemein hat und man wirklich nicht nach Gemeinsamkeiten suchen sollte. Auch finde ich, dass man diesen Band schon unabhängig von seinem Vorgänger lesen kann, jedoch die Welt sich mit dem ersten Band besser erklärt und auch greifen lässt. Natürlich gibt es auch schon dort sämtliche Erklärungen die zu Orientierung dienlich sind, da man nicht nur Ortschaften, Regierungen etc. kennenlernt, sondern auch alte Bekannte im zweiten Band wieder trifft.

Fazit

Für mich ist dieser Fantasy- Epos eine gelungene Abwechslung zu den anderen Fantasybüchern und Jugendliteraturen, die ich sonst so genieße. Die Welt ist faszinieren und auch beängstigend, die Charaktere wirklich unglaublich gut ausgearbeitet und der Spannungsfaktor ist definitiv ganz auf der Seite dieser Geschichte!

Hoher Lesegenuss, der jedoch beim Lesen die volle Aufmerksamkeit fordert um sich nicht am Ende in Xi ´an hoffnungslos zu verlaufen!

 

Eckdaten zum Buch

Autor: Guy Gavriel Kay

Übersetzt von: Ulrike Brauns

Verlag: Fischer Tor

Erschienen am: 26. Oktober 2017

Seiten: 720

   Preis: 16,99 € ( TB )


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3/4 Butterflies

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